Innovative Versorgungsverträge

Das Gesundheits- und medizinische Versorgungssystem in Deutschland ist seit Jahren von Verteilungsdiskussionen geprägt. Es verlangt daher innovative Versorgungsverträge. Die Verteilungsdiskussionen um die Zuweisung von Finanzmitteln aus dem Gesundheitsfonds finden auf diversen Ebenen zwischen allen Akteuren der Gesundheitsbranche statt: zwischen ambulantem und stationärem Versorgungssektor, zwischen hausärztlichem und fachärztlichem Versorgungsbereich, zwischen Versorgungsregionen, zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen als auch zwischen den gesetzlichen Krankenkassen untereinander im Rahmen der Zuweisung von Finanzmitteln aus dem Gesundheitsfonds.

Die fachärztliche Versorgung befindet sich in einem stetig voranschreitenden Wandel innerhalb des kollektivvertraglichen Gesundheitssystems. Sie wird in den nächsten Jahren durch eine Zunahme des fachärztlichen Behandlungsbedarfs der Patienten in Deutschland von Verschiebungen des „Versorgungsauftrages“ aus dem hausärztlichen Versorgungssektor und eine Verschiebung der Sektorengrenzen hin zu ambulanten, fachärztlichen Leistungen, die zuvor noch ausschließlich im stationären Versorgungsbereich erbracht wurden, geprägt sein. Zusätzlich ist zu erwarten, dass die Vergütung dabei weiterhin nicht proportional zum fachärztlichen Leistungsgeschehen erfolgen wird. Überdies sehen gesetzliche Maßnahmen den Umbau und eine Veränderung der fachärztlichen Versorgung im stationären Versorgungssektor vor, die dazu führen, dass der vertragsärztliche Versorgungsbereich weiter unter Druck gerät.

Während der hausärztliche Versorgungssektor seit über 10 Jahren kontinuierlich den Stellenwert der allgemeinärztlichen Tätigkeit im Rahmen der hausarztzentrierten Verträge nach § 73b SGB V befördert, ausbaut und erweitert, zersplittert der fachärztliche Versorgungssektor immer stärker und unkoordinierter.
Diese zunehmende Zersplitterung der fachärztlichen Versorgung in den Versorgungssektoren selbst oder die „künstliche“ Trennung an der Sektorengrenze zur stationären Versorgung macht eine grundsätzliche Neustrukturierung der fachärztlichen Versorgung, insbesondere der Bezüge, in denen Fachärzte in der Zukunft tätig sein werden, notwendig.

Die gesetzlichen Möglichkeiten, Patientenkollektive qualitätsgesichert außerhalb der Regelversorgung des Kollektivvertrages zu versorgen, stellt hierbei einen ersten Schritt in eine innovationsfreudige und qualitativ gute Versorgung dar. Hierbei müssen jedoch derzeit bestehende Versorgungsverträge noch besser bzw. zukünftig regelhaft mit anderen Versorgungssektoren, insbesondere dem fachärztlich ambulanten aber auch fachärztlich stationären Versorgungsgeschehen, verzahnt und verknüpft werden.

Die zukünftige medizinische Versorgung der Bevölkerung in Deutschland muss daher durch Freiheitsgrade des Patienten sowie der behandelnden Ärzte geprägt sein. Die Entscheidungsmöglichkeiten hinsichtlich der Versorgungs- und Vertragsform für den Patienten müssen gestärkt werden. Zur Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung ist eine gemeinsame Koordinationsfunktion aller Facharztrichtungen (inkl. der hausärztlichen Versorgung) in der ambulanten und stationären Versorgung vozusehen, welche durch Kooperation und Zusammenarbeit erfolgreich sein wird.

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