Telemedizinisches Facharztkonsil

[us_testimonial style=”4″ author=”Lars Lindemann” company=”Geschäftsführer Sanakey GmbH”]Orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Fachärzten[/us_testimonial]

Telemedizin ermöglicht eine Vernetzung von Ärzten und erleichtert und unterstützt so wesentlich die Patientenversorgung. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Gerade unter dem Aspekt des demografischen Wandels und der Stadt-Land-Disparitäten in der Versorgung, können telemedizinische Anwendungen zu einer flächendeckenden Versorgung beizutragen. Längst können Informationen und Daten digital zwischen Ärzten ausgetauscht werden. So können Befunde fach- und sektorenübergreifend ausgewertet werden. Der Arzt kann sich eine zweite Meinung bei einem Kollegen einholen. Er kann sich bei einem Spezialisten Hinweise für die Stellung einer Diagnose oder Empfehlungen für ein Behandlungsverfahren einholen. In Zeiten von Facharztmangel und demografischem Wandel kann so die Qualität der Versorgung erhalten bleiben, ohne auf einen Spezialisten verzichten zu müssen.

Zum 1. April 2017 sind die ersten telemedizinischen Leistungen in den EBM aufgenommen worden. Unter anderem wurden Telekonsile zwischen Fachärzten bei der Befundbeurteilung von Röntgen- und CT-Aufnahmen erstmals vergütet. Die Qualität der Beurteilung kann durch die digitale Übertragung wesentlich erhöht werden, ohne zusätzliche Untersuchungen vornehmen zu müssen. Dies zum Vorteil von Ärzten und Patienten.

Mittels Facharzt-Konsilen kann der behandelnde Arzt einen räumlich entfernten Kollegen zur Unterstützung in den Fall einbinden. Dabei werden Vitaldaten, Bilder des Patienten etc. vom behandelnden Arzt an den hinzuziehenden spezialfachärztlichen Kollegen gesendet. Der gibt anschließend Empfehlungen zur Stellung von Diagnose oder zur Entwicklung einer Therapie. Dies bedeutet eine schnellere Integration von spezialfachärztlichem Wissen in Diagnose und Therapie. Die Versorgung kann auf diese Weise erweitert werden und die Qualität sicherstellen, insbesondere im ländlichen Raum oder  wenn Versorgung nicht schnell genug verfügbar ist. Zugleich wird die Versorgung räumlich flexibel. Ein enormes Potenzial bietet das Facharzt-Konsil in der Versorgung, wenn nicht ausreichend Zeit für einen Termin bei Spezialisten vorhanden ist, oder eine hohe Bandbreite möglicher Indikationen besteht.

Weitere Anwendungen aber bleiben für den kollektivvertraglichen Bereich gesperrt. Selektivvertragliche Lösungen gibt es derzeit vor allem in der Kinder- und Jugendmedizin. Behandelnde Kinder- und Jugendfachärzte können mittels des Facharzt-Konsils spezialisierte Kollegen zur Diagnose und Behandlung hinzubitten, ihnen mit Einverständnis der Patienten Daten wie etwa Laborbefunde, Ultraschallaufnahmen, Fotos, Filme etc. übermitteln. Dem Facharztmangel, insbesondere unter Kinderrheumatologen und Kinderkardiologen, kann so mit Effizienz begegnet, Wartezeiten für Termine, Konsultationen und Befunde verkürzt werden ohne jedoch auf spezialfachärztliches Wissen verzichten zu müssen. Benötigt wird lediglich ein Internetanschluss.

Haben Sie Fragen zum Facharzt-Konsil oder möchten mitmachen und sich über weitere Voraussetzungen informieren, dann kontaktieren Sie uns gerne.

Start des telemedizinischen Facharztkonsils

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) möchte sich dem Themenfeld telemedizinischer Konsultationen widmen, um Patienten insbesondere mit chronischen und seltenen Erkrankungen zielgerichtet und schneller zu versorgen. Das „Facharzt-Konsil“ können hausärztlich tätige Mediziner nutzen, um ihre Patienten einem Facharzt vorzustellen und gemeinsam zu behandeln. Auch die Zusammenarbeit zwischen Fachärzten wird durch das neue telemedizinische Angebot intensiviert.

„Insbesondere für Patienten, die auf dem Land wohnen, eignet sich unser neues Facharzt-Konsil. Oftmals sind Fachärzte nicht überall zeit- und ortsnah verfügbar. Wir können ihnen eine Abklärung von unklaren Befunden innerhalb von 24 Stunden anbieten – sind aber auch in der Lage, z.B. die Therapie von chronisch kranken Patienten mit den Fachärzten in unserem Netzwerk abzustimmen. Die Patienten sparen sich mitunter lange Anfahrtswege oder Wartezeiten beim Spezialisten und können von ihrem vertrauten Arzt vor Ort weiter betreut werden“, betont Lars Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa.

Die geplanten Indikationen kommen aus dem Bereich der großen Volkskrankheiten, bei denen zusätzliche fachärztliche Expertise gefragt ist. „Die Algorithmen werden von Experten aus unserem Netzwerk bzw. aus allen Fachbereichen der SpiFa-Mitgliedsverbände zur Verbesserung der Patientenversorgung entwickelt und stehen dann allen teilnehmenden Ärzten zur Verfügung. Der Zugang zum Programm ist sehr niederschwellig – ein Internetzugang in der Praxis genügt“, so Lindemann.

Telemedizin als Teil einer modernen Gesundheitsversorgung

Der Spitzenverband der Fachärzte e.V. (SpiFa) ist überzeugt, dass das neue Facharzt-Konsil ein wichtiger Teil der zukünftigen Gesundheitsversorgung sein wird.

„Die Zahl der Arztpraxen ist heute schon rückläufig. Das betrifft Haus- wie auch Fachärzte gleichermaßen. Ganz deutlich ist das bereits jetzt auf dem Land zu beobachten – und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren deutlich verstärken. Etwa die Hälfte der Ärzte in eigener Praxis ist älter als 55 Jahre. Fachärzte sind vor allem in den Ballungsräumen zu finden. Dazu kommt, dass ein großer Teil des medizinischen Nachwuchses Frauen sind. Und viele unserer jungen Kolleginnen wünschen sich andere Arbeitsmodelle, wie Jobsharing oder Teilzeitarbeit. Auch in dieser Hinsicht kann das Facharzt-Konsil sehr hilfreich sein, da das telemedizinische Konsil nicht an feste Arbeitszeiten in der Praxis gebunden ist“, kommentiert Dr. med. Dirk Heinrich, HNO-Arzt aus Hamburg und Präsident des SpiFa, den Stellenwert der Telemedizin für zukünftige Ärztegenerationen.

Die Themen „Datenschutz“ und „Datensicherheit“ waren und sind zentrale Elemente bei der Entwicklung des Facharzt-Konsils. Der SpiFa geht mit seinem IT-Dienstleister – der Firma Monks aus München – einen ganz neuen Weg. Dabei werden die persönlichen Daten des Patienten von den Anamnesedaten – also z.B. den medizinischen Daten oder Bildern – getrennt. Die medizinischen Daten enthalten keine personenbezogenen Informationen und können von dem konsultierten Arzt nur durch einen sogenannten „Private Key“, also einen privaten Schlüssel, der sich nach dem Download des Programms nur lokal auf seinem Rechner befindet, einem Patienten zugeordnet und entschlüsselt werden. Die Übertragung der verschiedenen Informationen erfolgt auf separaten Servern, die sich alle in einem Rechenzentrum in Deutschland befinden und daher dem deutschen Datenschutzrecht unterliegen. Dieses sogenannte Data-Split®-Verfahren wurde vom Landesamt für Datenschutz in Bayern als sicheres Datenübertragungsverfahren positiv bewertet und ist beim Europäischen Patentamt zum Patent angemeldet (EPA 12 178 598.4).

„Wir haben auch in Sachen Datenschutz und Datensicherheit hohe Maßstäbe gesetzt und sind daher sehr zuversichtlich, dass viele Ärzte, unabhängig davon, ob sie haus- oder fachärztlich tätig sind, an dem neuen Facharzt-Konsil teilnehmen werden“, betont Lindemann. Die ersten Indikationen sollen bereits im ersten Quartal des neuen Jahres realisiert werden.

Versorgungsverträge: Aktuelles und News

Mehrheit würde Online-Videosprechstunde dem Arztbesuch vorziehen

Eine knappe Mehrheit einer Befragung der Pronova-BKK unter 1.000 Deutschen zur “Zukunft der Gesundheitsversorgung” sieht in der Digitalisierung des Gesundheitswesen vor allem Chancen. In welchen Bereichen die Befragten einen Nutzenzuwachs sehen, können Sie hier nachlesen. >>>Weiterlesen<<<

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